Freitag, 14 Februar 2020 12:13

Sturmschäden: Wer haftet?

Die Zeiten sind stürmisch – auf jeden Fall wettertechnisch. Doch was müssen Eigentümer bei entstandenen Sturmschäden am eigenen Haus oder beim Nachbarn, z.B. durch umgefallene Bäume oder umherfliegende Dachziegel, beachten? HAUS & GRUNDEIGENTUM gibt einen Überblick:

1. Eigentümer müssen im Zweifel nachweisen, dass Schäden bei anderen nicht auf vernachlässigte Instandhaltung des eigenen Hauses oder auf mangelnde Kontrolle des eigenen Baumbestandes zurückgehen (OLG Stuttgart, 23.11.2016).
Bei Bäumen reicht es, wenn zweimal im Jahr „auf Sicht“ kontrolliert wird, ob sie krank oder vorgeschädigt sind.

2. Bei eigenen Schäden sollten Eigentümer unbedingt in der Wohngebäudeversicherung auch über einen Elementarschadenzusatz verfügen. Dieser schützt vor den finanziellen Folgen bei Schäden u.a. durch Starkregen, Überschwemmungen, Rückstau, Hochwasser, Erdrutsch oder Schneedruck.
Sturmschäden, die durch Luftbewegungen über Windstärke 8 eintreten, sind bereits durch die Wohngebäudeversicherung gedeckt. Zieht der Versicherer in Zweifel, dass es zum Sturm gekommen ist, muss der Eigentümer entsprechende Windstärken nachweisen (OLG Saarbrücken, 20.06.2018). Am besten durch die Auskunft des Deutschen Wetterdienstes (069-80620 oder www.dwd.de/wettergutachten).

3. Sind durch den Sturm geschädigte Bäume nicht mehr ausreichend standsicher oder gar umgekippt, müssen sie entsorgt werden. Wird dadurch der eigene Rasen oder der des Nachbargrundstücks durch den Einsatz von Maschinen in Mitleidenschaft gezogen, gehören die dadurch entstandenen Kosten zur Wiederherstellung mit zu den ersatzfähigen Kosten bei Sturmschäden – die Wohngebäudeversicherung muss dann zahlen (LG München, 11.08.2017).

4. Geschädigte sollten ihre Versicherung schnellstmöglich informieren und zur Dokumentation gemachte Fotos einreichen sowie Zeugen benennen.