Montag, 11 Juni 2018 08:20

"Spielregeln" für Fans während der Fußball-WM

Viele Fußballfans schauen sich die bevorstehende Fußball-WM zusammen mit Freunden und Bekannten an. Dabei kann es schon mal, z.B. beim Torjubel, zu einem „akustischen Orkan“ kommen.
Nicht alle Nachbarn und Mitmieter sind jedoch in der gleichen begeisterten Fußballstimmung wie die Fans. Auch wenn das Fußballfieber grassiert, sollte man sich über „Spielregeln“ im Klaren sein, die eingehalten werden müssen.
„Zunächst gilt grundsätzlich, dass Radio und Fernsehen nur so laut eingestellt werden dürfen, dass sie die Mitbewohner nicht stören. Zimmerlautstärke gilt insbesondere zwischen 22 Uhr abends und 6 Uhr morgens sowie – angeordnet durch den Mietvertrag, durch eine Gemeinschaftsordnung oder durch eine kommunale Satzung – auch zwischen 13 Uhr und 15 Uhr mittags.

Fußballfans, die einen Garten oder eine Terrasse zur Verfügung haben, können auch dort Fernsehgeräte oder gar Großleinwände aufstellen und ihre Fußballparty feiern.
Dabei gilt aber nichts anderes als in der Wohnung oder auf dem Balkon: Ab 22 Uhr muss auf die Nachbarn Rücksicht genommen werden. Auch vorher ist insbesondere im Freien der Einsatz von Trompeten, Rasseln und Tröten nicht gestattet. Hier gilt das Gebot der Rücksichtnahme, so wenig Lärm wie möglich zu machen, unumschränkt.
Anlässlich der Fußballfeté darf im Freien gegrillt werden, wenn dadurch die Nachbarn nicht belästigt werden und in Vermietungslagen ein Mietvertrag dies auch erlaubt. Entsprechendes gilt für die Regelungen in einer Wohnungseigentümergemeinschaft. Wird diesen Regelungen Rechnung getragen, so können sich im Einzelfall Verbote dennoch nur dann ergeben, wenn Rauch in die Nachbarwohnung eindringt (OLG Oldenburg, Az.: 13 U 53/02; AG München I, Az.: 15 S 22735/03; OLG Düsseldorf, Az.: 5 Ss (Ow) 149/95).
Deshalb empfiehlt das Landgericht Stuttgart (Az.: 10 T 359/96), nicht nur den Nachbarn zu informieren, sondern statt eines Holzkohlengrills einen Elektrogrill mit Aluschalen zu nutzen.
Was die Dekorationen anlässlich der Fußballweltmeisterschaft angeht, so dürfen in der Wohnung Plakate der Nationalmannschaft oder Deutschlandfahnen in beliebiger Zahl und Größe aufgehängt werden. Ob auf dem Balkon „Flagge“ gezeigt werden darf, richtet sich wieder nach dem Mietvertrag oder nach der Gemeinschaftsordnung in der Wohnungseigentümergemeinschaft.
Mieter dürfen nicht durchschnittlich große Fahnen aus dem Fenster ihrer Wohnung wehen lassen, soweit keine Vorsichtsmaßnahmen ergriffen wurden, dass diese nicht herunterfallen und Passanten verletzen oder Autos beschädigen können. Im Einzelfall können öffentlich-rechtliche Genehmigungsvorbehalte hinzukommen, was das Zeigen und Hissen von Fahnen und Flaggen angeht.“
Foto: pixabay-Gellinger
Letzte Änderung am Montag, 11 Juni 2018 11:22